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Samstag, 14. August 2010

Die Geschichte von Fatima und Hassan: Episode 3

Der naechste Morgen brachte Fatima und Hassan einen weiteren Schritt naeher zu perfekten Hippies. Sie begannen sich sie Freiheit zu nehmen, den Zufall ueber weiteres entscheiden zu lassen. Ihr Schicksal lag in den Haenden des ersten Autofahrers, der fuer sie anhalten wuerde. Und wie es das Schicksal so wollte, hielt ein Jeep der Armee fuer die beiden Ziellosen an.
"Wohin wollt ihr?"
"Wohin fahrt ihr?"
Verdutzte Blicke der Soldaten, dann: "Wir fahren zum naechsten Militaerstuetzpunkt."
"Koennen wir mitkommen?"
Unglaeubige Blicke der Soldaten, aber: "OK!"
Also sassen Fatima und Hassan mal wieder in einem Fahrzeug der Armee und wurden durch die hohen Berge chauffiert. Interessiert wurde sich dabei ausgetauscht. Die beiden erzaehlten von ihren Erlebnissen, wobei auch den Name des Kommandeurs fiel. Die Augen der beiden Soldaten im Auto wurden immer groesser, bis einer fragte: "Habt ihr Hunger?"
Eine halbe Stunde spaeter sassen Fatima und Hassan in einer Militaerkantine irgendwo in den Bergen und hatten ein eher fades Mittagessen.
Bald war es Zeit aufzubrechen. Es dauerte nicht lange, bis eine nette Familie fuer die beiden hielt. Wieder ging es Kurve um Kurve bergauf und -ab. Fatima und Hassan hatten Glueck, denn die Familie hatte reichlich proviant im Gepaeck. So schlugen sie sich den Bauch voll, ehe sie wieder in der grossn Stadt angekommen waren.
Einen Tag wollten die beiden Abenteurer hier rasten, um sich auf weiteres vorzubereiten. Saemtliche Genehmigungen fuer das gesamte ferne Land wurden beschafft und weitere Plaene geschmiedet.
Der naechste Schritt auf dem Weg zu perfekten Hippies musste getan werden. Es war Zeit das Aeussere an den neuen Lebensstil anzupassen. Abends vor dem Spiegel bewunderten Fatima und Hassan ihren neuen Look und waren bereit den naechsten Schritt ins Hippieleben zu gehen. Am naechsten Morgen warteten wieder die maechtigen Gipfel auf unsere beiden moechtegern-Hippies.

Donnerstag, 12. August 2010

Regen, Regen, Regen...

Nach den aufregenden Zeiten, mussten auch mal wieder etwas ruhigere kommen. Ich bin seit einiger Zeit wieder in Dharamsala und habe meine Forschungen fortgefuehrt. Ich habe mich nochmal durch fast jedes Buch in der Tibetan Library gearbeitet, alle Buchhaendler in der Stadt sind mittlerweile meine Freunde und ich habe mich schon das ein oder andere Mal mit Ministern der tibetischen Exilregierung zum Tee getroffen und geplaudert. Mit dem Tibetan Center for Conflict Resolution habe ich eine Zusammenarbeit verabredet. Sie werden mich bei meiner Arbeit unterstuetzen. Ein Paket mit Buechern hat gestern Dharamsala verlassen; sie mitzunehmen waere Wahnsinn gewesen. Elf Kilo, wer sich erinnert, ich bin mit sechs gestartet.
Das Ziel meiner Reise muss ich leider fuer gescheitert erklaeren. Mehrere mails und Briefe sowie einige persoenliche Anfragen habne zu keinem Ergebnis gefuehrt. Der Dalai Lama und sein Sekretariat reagieren nicht auf meine Anfragen, noch nicht einmal eine Absage haben sie mir zukommen lassen. Ich bin enttaeuscht, Eure Heiligkeit!
Deshalb ist meine Zeit gekommen. Das Wetter hier ist einfach nur anstrengend. Die Temperatur ist volkommen in Ordnung, aber den ganzen Tag Sturzregen ist demotivierend. Wenn wir schon beim Thema Regen sind. Wurde in Deutschland ueber Ladakh und die Flut berichtet? So viele Menschen sind gestorben und noch viele mehr werden vermisst. Es gibt keinen Strom, die Strassen sind unpassierbar und viele andere wilde Geschciten werden sich hier erzaehlt. Gluecklicherweise habe ich genau diese Region einen Tag vor der Katastrophe verlassen. Von Lara und James habe ich bisher noch kein Lebenszeichen empfangen koennen. Ich hoffe, es geht ihnen gut!
Aber zurueck...
Es regnet hier den ganzen Tag, also habe ich mich fuer das Gegenteil entschieden. Es geht in die Wueste, nach Rajasthan, auf in ein neues Abenteur...

Montag, 9. August 2010

Die Geschichte von Fatima und Hassan: Episode 2

Mit Sonnenaufgang endeten die Traeume von Fatima und Hassan. Der Tag begann und die beiden beschlossen an einem der groessten Laster unser Menschheit zu arbeiten - sie stellten die Zeit ab. Sie wollten ohne Zeit leben und taten es bis zum Ende unser Geschichte. Anstatt einer Uhr, wurde jeden Tag das Datum und der Wochentag auf den Unterarm geschrieben. Mehr Zeit brauchten die beiden nicht.
So standen Fatima und Hassan an jenem Morgen wieder an der Strasse. Viele Autos passierten die beiden, fast alle waren ueberfuellt. Es dauerte eine ganze Weile bis ein weisser Jeep fuer die beiden hielt. Ein freundlicher Soldat mit riesiger Sonnenbrille sprang aus dem Auto und begruesste die beiden herzlich. Es war dem Kommandeur von Vortag. Unsere Abenteurer hatten noch seine Worte im Ohr: "My boys will take care of you!" Und so war er es, der sich um die Wartenden kuemmerte. Schnell wurde einige Gewehre und weitere Ausruestungsgegenstaende beiseite geraeumt, sodass die Weltenbummler Paltz im Jeep hatten. Rasend schnell ging es bis zur groesten Ortschaft in der Region, wo alsbald eine Bleibe gefunden wurde.
Viele Menschen waren an jenem Tag in diesem Ort, einige kamen von weit, weit her, andere aus den umliegenden Bergdoerfern, aber fast alle kamen nur wegen einer Person. Wie Ameisen liefen die vielen menschen den Huegel am Rande der Stadt hinauf, so auch Fatima und Hassan. Fast alle hatten traditionelle Kleidung an, als ob es ein Festtag war. Fuer die meisten war es ein Festtag, viele waren Pilger; sie kamen um diese eine Person zu sehen und zu hoeren.
Je weiter die beiden Abenteurer den Berg hinauf wanderten, desto mehr schob sich eine Statue von drei, vier Stockwerken hoehe, die das gesamte Tal ueberblickte, in Fatimas und Hassans Blickfeld. Auf einem Thron sitzend blickte die Statue das Tal entlang. Eine goettliche Aussicht! Als die beiden ueber eine Kuppe kamen, wendeten sich ihre Blicke von diesem atemberaubenden Bauwerk ab und sie sahen in einer Senke das Zentrum des Ameisenhaufens mit dem Koenig in der Mitte. Moenche, Einheimische in ihrer traditionellen Kleidung und Touristen mit ueberdimensionalen Kameraobjektiven umringten diese eine Person und lauschten seinen Worten.
Doch Hassan wollte nicht nur seine Worten hoeren, sondern mit ihm sprechen - wenn nicht jetzt, dann vielleicht zu einer anderen Zeit. So schoeb er sich durch die Menschenmassen immer naeher an ihn heran, bis ein netter Mann mit Sonnenbrille und Knopf im Ohr ihn stoppte. Hier ging es fuer Hassan nicht mehr weiter. Doch er war darauf vorbereitet. Einige freundliche Worte zu dem netten Mann reichten und er versprach Hassan, dass er einen Brief an diese eine Person weiterleiten wuerde. Hassans Mission war erfuellt und so konnte der restliche Tag genossen werden.
So wanderten die beiden den Tag ueber in der Gegend umher, oftmals begleitet von Eseln oder Kuehen. Sie kletterten in schwindelerregende Hoehen, um ein Kloster zu besuchen und den Ausblick zu geniessen. Und wen trafen sie an diesen Tag immer wieder an? Den Kommandeur. Das Schicksal sagte ihnen an diesem Tag, dass es gut sei diesen Mann zu kennen.
Die Sonne war schon untergegangen, als Fatima und Hassan zu Abend essen wollten. In diesen Orten auf der Welt geht man in ein Reastaurant und fragt: "Was habt ihr?" Zumeist gibt es keine Speisekarte und wenn ueberhaupt, dann sind es drei, vier Gerichte, die als Speisekarte an die Wand geschrieben sind und alle das gleiche kosten. Kurz nach ihrer Ankunft viel wie ueblich der Strom aus und Fatima und Hassan hatten ein wunderbares Abendessen bei Kerzenschein umringt von unzaehligen Moenchen.