Samstag, 21. August 2010
Die Geschichte von Fatima und Hassan: Episode 4
Die ersten Sonnenstrahlen am Morgen bedeuteten fuer Fatima und Hassan die naechste Phase im Leben eines Hippies. Im neuen Outfit und ohne Uhr standen die beiden am Ausgang der grossen Stadt und warten auf jemanden, der sie mitnehmen wuerde - egal wohin.
Zwei Trucker waren bereit die beiden Abenteurer mitzunehmen. Aber schon nach kurzer Fahrt wurde es hektisch in der Fahrerkabine. Es war Zeit das Mittagessen zuzubereiten. Waehrend der Fahrer genuesslich an seinem Joint zog und den Tanklaster durch die Berge steuerte, begann der andere den Gaskocher auszupacken, Zwiebeln zu schneiden und Reis und Dal zu kochen. Mit was fuer einer Praezision er auf der holprigen Strasse die verschiedenen Gewuerze in die Toepfe auf dem wackeligen Gaskocher gab und das Mittagessen servierte; Fatima und Hassan waren beeindruckt. Wenigstens zum Essen wurde dann doch angehalten. Die vier waren gerade wieder unterwegs, da wurde es abermals hektisch. Die Frontscheibe drohte hinauszufallen. Halb hing sie noch in der Verankerung. Das war ein grosses Problem, das unmittelbar geloest werden musste. Fatima und Hassan wurden Zeugen von pragmatischem Handwerk: Zunaechst mit Schraubenzieher, spaeter mit Suppenkelle wurde die Scheibe - so weit es ging - wieder zurueck in die Verankerung gebracht. Zusaetzlich hielt der eine der beiden die Scheibe fest. Unsere Ziellosen erlebten so noch einige Kilometer, bevor die gemeinsame Reise endete. Die armen beiden Jungs im Truck hatten noch mehr als zwei Tage durchs holprige Hochgebirge vor sich.
Fatima und Hassan standen an einer der wenigen Kreuzungen im Land. Rechts ging es ueber zwei Tagesreisen hinaus aus dem fernen Land, links noch tiefer in die unwirkliche Landschaft.
Wiederum war es das Militaer, das milde mit den beiden war. Die Fahrt ging durch ein enges spitzes Tal, immer den Fluss hinauf. Fatima und Hassan hatten schon lange kein Haus mehr gesehen, als das Fahrzeug stoppte. Zur einen Seite der steile Fels, zur anderen der reissende Fluss mit einer kleinen, wackeligen Bruecke. Geradeaus fuehrte die Strasse in die Unendlichkeit der engen Schlucht. Der Militaerjeep zwaengte sich ueber die schmale Bruecke und aus Ziellosigkeit wurde Planlosigkeit. Die beiden blickten sich um. Ein Bild war auf den Fels gesprayt. 'Love' und 'Peace' waren die Worte darauf. Fatima und Hassan waren auf den richtigen Weg, er musste nur bezwungen werden.
Schon nach kurzem Wege lag ein Militaercamp vor den beiden. Und wieder gab es ein deftiges, aber nicht sehr berauschendes Mittagessen in einer Militaerkantine. Aus dem Essen wurde eine handfeste Diskussion ueber Politik und den Sinn des Einsatzes der Soldaten. Die meisten Soldaten hatten eine andere Meinung als Fatima und Hassan. "Der naechste Ort ist mehr als 20 Kilometer entfernt", sagten die Soldaten, bevor die beiden Weltenbummler wieder ihr Glueck unterwegs suchten.
Per pedes und mit einem allzu gierigen Einheimischen gelangten sie muede ins naechste Dorf. Die heissen Quellen im Ort eigneten sich gut zur Entspannung nach diesem anstrengenden Tag. Mit dem Rauschen des Flusses, der spaeter einmal zu einem der maechtigsten des Kontinents wird, schliefen Fatima und Hassan voller Vorfreude auf den naechsten Tag ein.
Zwei Trucker waren bereit die beiden Abenteurer mitzunehmen. Aber schon nach kurzer Fahrt wurde es hektisch in der Fahrerkabine. Es war Zeit das Mittagessen zuzubereiten. Waehrend der Fahrer genuesslich an seinem Joint zog und den Tanklaster durch die Berge steuerte, begann der andere den Gaskocher auszupacken, Zwiebeln zu schneiden und Reis und Dal zu kochen. Mit was fuer einer Praezision er auf der holprigen Strasse die verschiedenen Gewuerze in die Toepfe auf dem wackeligen Gaskocher gab und das Mittagessen servierte; Fatima und Hassan waren beeindruckt. Wenigstens zum Essen wurde dann doch angehalten. Die vier waren gerade wieder unterwegs, da wurde es abermals hektisch. Die Frontscheibe drohte hinauszufallen. Halb hing sie noch in der Verankerung. Das war ein grosses Problem, das unmittelbar geloest werden musste. Fatima und Hassan wurden Zeugen von pragmatischem Handwerk: Zunaechst mit Schraubenzieher, spaeter mit Suppenkelle wurde die Scheibe - so weit es ging - wieder zurueck in die Verankerung gebracht. Zusaetzlich hielt der eine der beiden die Scheibe fest. Unsere Ziellosen erlebten so noch einige Kilometer, bevor die gemeinsame Reise endete. Die armen beiden Jungs im Truck hatten noch mehr als zwei Tage durchs holprige Hochgebirge vor sich.
Fatima und Hassan standen an einer der wenigen Kreuzungen im Land. Rechts ging es ueber zwei Tagesreisen hinaus aus dem fernen Land, links noch tiefer in die unwirkliche Landschaft.
Wiederum war es das Militaer, das milde mit den beiden war. Die Fahrt ging durch ein enges spitzes Tal, immer den Fluss hinauf. Fatima und Hassan hatten schon lange kein Haus mehr gesehen, als das Fahrzeug stoppte. Zur einen Seite der steile Fels, zur anderen der reissende Fluss mit einer kleinen, wackeligen Bruecke. Geradeaus fuehrte die Strasse in die Unendlichkeit der engen Schlucht. Der Militaerjeep zwaengte sich ueber die schmale Bruecke und aus Ziellosigkeit wurde Planlosigkeit. Die beiden blickten sich um. Ein Bild war auf den Fels gesprayt. 'Love' und 'Peace' waren die Worte darauf. Fatima und Hassan waren auf den richtigen Weg, er musste nur bezwungen werden.
Schon nach kurzem Wege lag ein Militaercamp vor den beiden. Und wieder gab es ein deftiges, aber nicht sehr berauschendes Mittagessen in einer Militaerkantine. Aus dem Essen wurde eine handfeste Diskussion ueber Politik und den Sinn des Einsatzes der Soldaten. Die meisten Soldaten hatten eine andere Meinung als Fatima und Hassan. "Der naechste Ort ist mehr als 20 Kilometer entfernt", sagten die Soldaten, bevor die beiden Weltenbummler wieder ihr Glueck unterwegs suchten.
Per pedes und mit einem allzu gierigen Einheimischen gelangten sie muede ins naechste Dorf. Die heissen Quellen im Ort eigneten sich gut zur Entspannung nach diesem anstrengenden Tag. Mit dem Rauschen des Flusses, der spaeter einmal zu einem der maechtigsten des Kontinents wird, schliefen Fatima und Hassan voller Vorfreude auf den naechsten Tag ein.
Montag, 16. August 2010
Busfahren in Indien - eine Gebrauchsanweisung
Die Wahl des Buses: privat oder oeffentlich? Der private Bus ist fuer laengere Strecken und ueber Nacht gut geeignet. Meistens ist er klimatisiert, also warm anziehen. Er ist komfortabler als der oeffentliche, jedoch ungefaehr doppelt so teuer.
Der oeffentliche Bus ist ein Erlebnis, besonders auf langen Strecken, wenn man mehrmals umsteigen muss. Oft druecken die Knie gegen den Vordersitz, nach einer Weile bedauert man, dass man kein Sitzkissen hat, und der Sitzplatz wird gerne mit anderen geteilt. Preislich mit 1-1,5 Rs pro Kilometer unschlagbar.
Die Strecke: Private Busse fahren zwischen fast allen groesseren Staedten und Touristenzentren. Meistens macht er eine Pause unterwegs. Er ist gut fuer lange Strecken.
Der oeffentliche Bus faehrt fast ueberall. Man muss nur den Arm rausstrecken und er haelt. Da er ziemlich oft haelt, dauert die Fahrt und man muss vor allem auf langen Strecken oefter umsteigen. Deshalb ist es empfehlenswert, moeglichst immer an Verkehrsknotenpunkten umzusteigen. So dauert die Fahrt nicht sehr viel laenger als die mit dem privaten Bus. Meistens gibt es gute Anschlussmoeglichkeiten.
Die Wahl des Platzes: Generell ist es angenehmer vorne zu sitzen, weil der Bus dort nicht so schaukelt. Am besten ganz vorne links, denn dort ist der einzige Einzelplatz, man hat Platz fuer Gepaeck und die Sicht ist am besten. Falls man dort keinen Platz gefunden hat, sollte man sich an einen Fensterplatz setzen. Mit einer frischen Brise in der Nase ist die Fahrt angenehmer. Wenn man gross ist, und in Indien ist damit meine Groesse gemeint, dann sollte man sich an die Eingaenge setzen. Die Knie danken es einem.
Im Bus: Der private Bus ist angenehm, man braucht nicht viel. Etwas zu trinken, ein kleiner Snack und vielleicht etwas warmes zu zum ueberziehen reichen. Manchmal gibt es eine DVD, aber ansonsten zuruecklehnen und aus dem Fenster schauen.
Der oeffentliche Bus ist anders. Da er oft eine Pause macht, kann man bequem kalte Getraenke und Snacks unterwegs bekommen. Wenn nicht gerade eine Pause ist, dann sollte man niemals seinen Sitzplatz verlassen. Binnen weniger Sekunden ist er weg. Am Fenster zu sitzen hat hat den Vorteil, dass nur von einer Seite gedrueckt wird. Man sollte also immer seine Ellenbogen bereit haben. Im Draengeln sind die Inder Weltmeister.
Das Personal: Normalerweise sind der Fahrer und der Conductor im Bus. In oeffentlichen Bussen ist der Conductor sehr wichtig. Man bezahlt die Fahrt bei ihm und er hat die Regie ueber den Bus. Dabei ist die Trillerpfeife sein wichtigstes Untensil. Er gibt dem Fahrer damit zeichen, wie weit man vom Abgrund oder von entgegenkommenden Autos entfernt ist. Ansonsten bedeutet einmal pfeifen STOPP und zweimal LOS.
Sonstiges: Fremder Achselschweiss im Gesicht ist im oeffentlichen Bus keine Seltenheit.
Oft muss das Gepaeck auf dem Dach verstaut werden, also Regenschutz nicht vergessen und vor allem das Gepaeck gut befestigen.
Besonders in Grossstaedten sind die Busse immer ueberfuellt. Manchmal muss man auf's Dach oder haengt aus der Tuer, die normalerweise immer offen ist, heraus.
Man sollte auch nie direkt hinter einer Frau am Fenster sitzen. Staendig haengt eine aus dem Fenster und uebergibt sich. Es laeuft entweder an der Aussenseite des Buses hinunter oder fliegt nach hinten...
Bewertung: Der private Bus ist wesentlich kofortabler und teurer als der oeffentliche. Auf Grund der Menschen, die man im oeffentlichen Bus trifft, ist es wesentlich spannender mit ihm zu fahren. Ich empfehle jedem mit dem oeffentlichen Bus zu reisen!
Der oeffentliche Bus ist ein Erlebnis, besonders auf langen Strecken, wenn man mehrmals umsteigen muss. Oft druecken die Knie gegen den Vordersitz, nach einer Weile bedauert man, dass man kein Sitzkissen hat, und der Sitzplatz wird gerne mit anderen geteilt. Preislich mit 1-1,5 Rs pro Kilometer unschlagbar.
Die Strecke: Private Busse fahren zwischen fast allen groesseren Staedten und Touristenzentren. Meistens macht er eine Pause unterwegs. Er ist gut fuer lange Strecken.
Der oeffentliche Bus faehrt fast ueberall. Man muss nur den Arm rausstrecken und er haelt. Da er ziemlich oft haelt, dauert die Fahrt und man muss vor allem auf langen Strecken oefter umsteigen. Deshalb ist es empfehlenswert, moeglichst immer an Verkehrsknotenpunkten umzusteigen. So dauert die Fahrt nicht sehr viel laenger als die mit dem privaten Bus. Meistens gibt es gute Anschlussmoeglichkeiten.
Die Wahl des Platzes: Generell ist es angenehmer vorne zu sitzen, weil der Bus dort nicht so schaukelt. Am besten ganz vorne links, denn dort ist der einzige Einzelplatz, man hat Platz fuer Gepaeck und die Sicht ist am besten. Falls man dort keinen Platz gefunden hat, sollte man sich an einen Fensterplatz setzen. Mit einer frischen Brise in der Nase ist die Fahrt angenehmer. Wenn man gross ist, und in Indien ist damit meine Groesse gemeint, dann sollte man sich an die Eingaenge setzen. Die Knie danken es einem.
Im Bus: Der private Bus ist angenehm, man braucht nicht viel. Etwas zu trinken, ein kleiner Snack und vielleicht etwas warmes zu zum ueberziehen reichen. Manchmal gibt es eine DVD, aber ansonsten zuruecklehnen und aus dem Fenster schauen.
Der oeffentliche Bus ist anders. Da er oft eine Pause macht, kann man bequem kalte Getraenke und Snacks unterwegs bekommen. Wenn nicht gerade eine Pause ist, dann sollte man niemals seinen Sitzplatz verlassen. Binnen weniger Sekunden ist er weg. Am Fenster zu sitzen hat hat den Vorteil, dass nur von einer Seite gedrueckt wird. Man sollte also immer seine Ellenbogen bereit haben. Im Draengeln sind die Inder Weltmeister.
Das Personal: Normalerweise sind der Fahrer und der Conductor im Bus. In oeffentlichen Bussen ist der Conductor sehr wichtig. Man bezahlt die Fahrt bei ihm und er hat die Regie ueber den Bus. Dabei ist die Trillerpfeife sein wichtigstes Untensil. Er gibt dem Fahrer damit zeichen, wie weit man vom Abgrund oder von entgegenkommenden Autos entfernt ist. Ansonsten bedeutet einmal pfeifen STOPP und zweimal LOS.
Sonstiges: Fremder Achselschweiss im Gesicht ist im oeffentlichen Bus keine Seltenheit.
Oft muss das Gepaeck auf dem Dach verstaut werden, also Regenschutz nicht vergessen und vor allem das Gepaeck gut befestigen.
Besonders in Grossstaedten sind die Busse immer ueberfuellt. Manchmal muss man auf's Dach oder haengt aus der Tuer, die normalerweise immer offen ist, heraus.
Man sollte auch nie direkt hinter einer Frau am Fenster sitzen. Staendig haengt eine aus dem Fenster und uebergibt sich. Es laeuft entweder an der Aussenseite des Buses hinunter oder fliegt nach hinten...
Bewertung: Der private Bus ist wesentlich kofortabler und teurer als der oeffentliche. Auf Grund der Menschen, die man im oeffentlichen Bus trifft, ist es wesentlich spannender mit ihm zu fahren. Ich empfehle jedem mit dem oeffentlichen Bus zu reisen!
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