English French German Spain Italian Dutch Russian Portuguese Japanese Korean Arabic Chinese Simplified

Samstag, 24. Dezember 2011

Der eigene Strand

Zunaechst einmal frohe Weihnachten an alle!
Hier, auf den Philippinen ist zwar genauso ein grosses Weihnachtsfieber wie zu Hause, doch das Wetter macht den Unterschied. Shorts und Flip-Flops statt Winterstiefel und Mantel, 30 Grad und Sonne statt knapp ueber Null Grad und Regenwetter.
Die letzten Tage waren fuer mich sehr anstrengend, aber was tut man nicht alles fuer ein Abenteuer. Mein Traum war es Weihnachten meine eigene Insel zu haben. Es hat leider nicht ganz geklappt, aber fast. Unterwegs nach Coron habe ich eine Chilenin kennengelernt, mit der ich in den vergangenen Tagen unser kleines Paradies gesucht habe. Erst hatte die Faehre wegen eines Taifuns zwei Tage Verspaetung und dann hat es weitere zwei Tage gedauert bis es endlich ankamen. Am Ende der Reise standen wir an einem weissen Sandstrand - aber der war nicht unser Ziel. Wir wollten unseren eigenen Strand! Also ging es den Strand entlang bis zu den Felsen am Ende. Zum Glueck war noch nicht Hochwasser, sodass wir ueber die Felsen entlang des Wassers um die naechste Ecke klettern konnten. Und da waren wir - unser eigener Strand! Weisser Sand, kein Mensch, tuerkises Wasser mit reichlich Korallen und ein paar Palmen! Die Haengematten waren schnell zwischen den Palmen befestigt, das Camp aufgebaut und der Schnorchel bereit fuer die Unterwasserwelt. Viel haben wir nicht gemacht, oder doch? Einen Grossteil des Tages mussten wir damit verbringen unser ueberleben zu sichern. Das klingt jetzt etwas uebertrieben, aber Essen und Trinken mussten beschafft werden, denn ausser Reis hatten wir nicht sehr viel dabei. Im Notfall haetten wir einfach wieder zurueck ueber die Felsen in die Zivilisation klettern koennen. So haben wir uns hauptsaechlich von abgekochtem Wasser, Reis, Fisch, Seeigeln und einmal sogar einer riesigen Auster ernaehrt. Nachts, wenn wir in unseren Haengematten lagen und das Meer direkt unter uns war, habe ich mir schon eine Matratze gewuenscht und nicht das Gefuehl jeden Moment nass werden zu koennen.
Es war toll seinen eigenen Strand zu haben - die Ruhe, die Freiheit, die Schoenheit. Am Ende muss ich sagen, dass dies eine grossartige Erfahrung war, aber so romantisch wie man sich so ein Strandleben vorstellt, war es wirklich nicht. Es war viel Arbeit und hat reichlich Kraft gekostet!

Freitag, 16. Dezember 2011

wie das Leben so spielt

Hallo liebe Freunde,
in den vergangenen zwei Wochen habe ich viele Kilometer gemacht und es ist viel passiert:
Nach dem Ben En-Abenteuer habe ich im Bus jemanden kennengelernt, der mich zu seiner Familie eingeladen hat. Also bin ich mit ihm nach LaGi gefahren. Seine Familie lebt von ein paar Schweinen und Reisweinherstellung, also keine Lotteriegewinner. Sie haben mich fuer einige Tage in ihrer Familie aufgenommen und wie einen Sohn behandelt. Als ich ihnen am Ende ein paar Dollar zustecken wollte, haben sie mich nur boese angeschaut.
Danach hat er mich mit zu einem Freund genommen. Der war das absolute Gegenteil. 26, $-Millionaer und Partymensch. Bei ihm habe ich auch eine Nacht schlafen duerfen und eine unglaubliche Party mit ihm gehabt.
Aber irgendwie habe ich mich dann doch nach anderen Reisenden gesehnt und ein paar Tage in Ho Chi Minh City verbracht. Ich bin halt nicht so der Fan von grossen Staedten und habe deshalb viel Zeit mit der Planung meiner weiteren Reise verbracht. Und wo hat sie mich hingefuehrt?
Manila, Philippinen. Hier auf den Philippinen gibt es eine lange Liste an Dingen, die man machen kann: Klettern, wandern, schnorcheln, tauchen, Bootstouren oder einsame Straende und Inseln finden. Mal sehen, was als naechstes passiert... In einem Vulkan bin ich schon geschwommen. Eines weiss ich zumindest: Ueber die Weihnachtszeit will ich ein, zwei Wochen Urlaub machen, mit 'nem guten Buch in der Haengematte liegen und Kokosnuesse speisen.
Frohe Weihnachtszeit!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Bui Vien

Als Du um die Strassenecke biegst, bist Du im ersten Moment vom Licht geblendet. Es ist heiss und stickig, obwohl es schon nachts um halb eins ist. Von ueberall her kommt Musik, Hupen und laut feiernde Menschen. Die Atmosphaere ist geschwaengert von Geruechen verscheidenster Speisen, Party, Marihuana, leichten Maedchen und Geschaeften.
Du hast keine zwei Meter geschafft, da fragt Dich der erste: "Want motorbike?"
"Hmm", denkst Du. Wie kommt er nur auf die Idee, Du willst mit ihm 'ne Spritztour machen. "No!"
Weiter geht's. Die meisten Restaurants haben schon geschlossen. Einzig die emsigen alten Frauen mit den brodelnden Nudelsuppentoepfen halten den Posten. Du schmeckst foermlich den Chilli in der Luft. Vielleicht spaeter, die Nacht ist noch jung.
Schon steht der naechste Geschaeftsmann vor Dir. "Want sunglases?"
Du denkst Dir: brilliante Geschaeftsidee! nachts, wenn die Sonne am grellsten ist, Sonnenbrillen zu verkaufen. "No!"
Nach ein par Schritten hat sich die Bar am Strassenrand kurzfristig auf die Strasse erweitert, weil zu grosser Andrang auf zu wenig Platz ist. Das ist bestimmt ein guter Ort. Also goennst Du Dir erst einmal einen Drink. Aus einem wurden zwei, drei; wie das halt so ist.
Nun bist gestaerkt und fuehlst Dich sicher auch die Nebenstrassen zu erkunden. Es stellt sich aber heraus, dass es eher ein Labyrinth aus kleinen Gassen ist. Hier ist es ruhiger, kaum ein Licht brennt noch. Nur die Hotelleuchtschriften flackern tapfer vor sich hin.
Auch hier ist der naechste Geschaeftsmann nicht weit. Er schleppt einen Stapel Buecher mit sich rum. "You like Mr. Nice?" und deutet auf ein Buch...
Auf Deinem Weg zurueck zur Hauptstrasse kommt Dir einer der - Du nennst Sie - "Touristen" mit seiner Begleiterin entgegen.
Kaum bist Du zurueck an der Hauptstrasse versuchen die ersten - Du nennst Sie - Amuesierdamen Dich in ihre Bar zu locken. Leichte Maedchen und teure Drinks - everything is possible...
Der Hunger treibt Dich weiter. Bei der Dame mit den dampfenden Dumplings findest Du, was Du gesucht hast. Hoffentlich hast Du Glueck, dass der Dumpling auch eine gute Fuellung hat.
Das Glueck ist Dir heute hold. An der naechsten Strassenecke erkennst Du eine bekannte Leuchtschrift. Es ist die Deines Hotels. Du hattest einen aufregenden Abend und es ist schon spaet. Also, ab ins Bett. Das Licht ist schon aus und vom Fenster her hoerst Du die Geraeusche der Nacht - der Strasse.
"Soll ich das Fenster schliessen oder nicht?"