Kennt ihr das, wenn der Tag planmaessig beginnt und dann doch alles anders kommt als gedacht?
Wie jeden Morgen war ich bei meinem Tibetischunterricht und danach in der Bibliothek, als der Monsun aufzog. Ich hatte sowieso wenig Lust noch laenger in der Bibliothek zu hocken und machte mich in der naechsten Regenpause auf den Weg in Richtung nach Hause. Leider ist das Wetter hier in den Bergen schwer vorhersehbar. Nach ungefaehr einem Kilometer den Berg hinauf sah ich ein Auto , das perfekt im Strassengraben geparkt hatte. Der Graben war allerdings nicht viel breiter, als das Auto. So lag es perfekt auf der Beifahrerseite und nebendran standen fuenf Gestalten. Allen ging es Gott sei Dank gut. Nachdem ich ihnen nicht helfen konnte, ging es weiter den Berg hinauf. Wie das Wetter es so wollte begann es sofort wieder zu regnen.
Also machte ich mich auf zur naechstgelegenen Dhaaba. Das ist so etwas aehnliches wie ein winziges Teelokal mit Kiosk. In der Dhaaba kam ich recht schnell ins Gespraech mit einer Franzoesin, einem Tibeter und zwei Einheimischen. Die beiden Einheimischen erzaehlten mir Dinge ueber die Volksstaemme, die hier in Dharamsala lebten, bevor der Dalai Lama und die Tibeter kamen. Es waren total schraege Sachen ueber das Leben und vor allem ueber dem Glaube und dessen Ausuebung. Nach ungefaehr einer Stunde hoerte es auf zu regnen und die spannende Geschichtsstunde endete. Also ging es weiter den Berg hinauf.
In McLeod Ganj schlenderte ich auf der Suche nach einem guten neuen Buch durch die Strassen. Dort sprach mit ein Strassenjunge an, den ich schon zwei Tage vorher getroffen hatte. Er wollte etwas zu essen. Kurzerhand lud ich ihn zum Essen ein. Er war 17 und von Beruf Schuhputzer. Nachdem sein Vater vor einigen Jahren gestorben war, musste er sich um die Familie kuemmern. Seitdem ist er hier in McLeod Ganj und versucht sich und seine Familie durchzubringen - und das mit gerade einmal 17. Mittlerweile war mein Zeitplan total durcheinander gekommen. Also machte ich mich schnell auf den Weg weiter den Berg hinauf nach Bhagsu.
Unterwegs traf ich auf Lilly. Sie war eine Backpackerin, die gestrandet ist. Sie ist hier in einem Mix aus Meditation, Hippieleben und Drogen ohne Geld hier haengengeblieben. Ich glaube, sie wird sich durchschlagen, wenigstens hatte sie noch Plaene.
Endlich in Bhagsu angekommen, traf ich auf "The two huge German girls" und James. Mit den dreien habe ich die letzten Tage viel Zeit verbracht. Zumeist haben wir abends Fussball geschaut, Schach gespielt und einfach nur im Restaurant abgehangen. James ist mittlerweile mein Mitbewohner und wir haben viel Spass zusammen. Gestern waren wir trekken. Die Wanderung nach Triund dauert ungefaehr drei Stunden. Es sind fast 1.000 Hoehenmeter. Leider zogen (mal wieder) Wolken auf, als wir oben auf dem Hochplateau auf fast 3.000m Hoehe waren. Es war eine tolle Wanderung, viele tolles Fotos inklusive. Leider eben nur bis zur Haelfte des Weges, wegen der Wolken.
Ansonsten treffe ich hier extrem viele Israelis. Wir nennen den Ort hier schon "Little Israel". Ich muss hier weg. Es ist zwar schoen, aber die mittlerweile ueber zwei Wochen sind genug, ich habe gute Informationen sammeln und mich auf weitere Stationen vorbereiten koennen. Mit James werde ich in den kommenden Tagen nach Dalhousie weiterfahren, wenn nicht doch alles anders kommt, als gedacht...
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