English French German Spain Italian Dutch Russian Portuguese Japanese Korean Arabic Chinese Simplified

Dienstag, 24. August 2010

Die Geschichte von Fatima und Hassan: Episode 5

Es sollte ein guter Tag fuer Fatima und Hassan werden. Schon das erste Auto, das vorbeikam, stoppte und nahm die beiden mit. Es war mal wieder das Militaer. Diesmal aber nicht in einem Jeep, sondern mit einem Lastwagen. Die Soldaten hatten riesige Turbane; in diesem Land gilt das als Helm. Aus den Lautsprechern droehnte Musik, es wurde Schokolade gereicht und ueber dies und das geplaudert. Die Fahrt ging immer weiter den Fluss entlang in Richtung verbotene Zone. Je naeher sie zur verbotenen Zone kamen, desto mehr versuchten Fatima und Hassan die Sodaten davon zu ueberzeugen, sie mit in die verbotenen Zone an die Grenze zu den Roten mitzunehmen. Eine Schranke beendete die Fahrt fuer die beiden Abenteuerlustigen. Die Soldaten fuhren geradeaus weiter in die verbotene Zone und Fatima und Hassan mussten ihren Passierschein abgeben, damit sie nach rechts ueber die Bruecke durften. Jeder, der diese Bruecke passieren will, muss einen Passierschein haben. Also warteten die beiden an der Bruecke auf jemanden, der sie mitnahm. In der Zwischenzeit wurden Musikinstrumente ausgepackt und mehr schlecht als recht gespielt. Viele Autos passierten die beiden - alle aus der falschen Richtung - jedes hielt an und manche machten sogar Fotos von Fatima und Hassan, so wie sie mit all ihren Sachen am Strassenrand sassen und musizierten.
Schon das zweite Fahrzeug, das in die richtige Richtung fuhr, nahm die beiden mit. Die holprige Strasse wand sich durch ein kleines Tal. Es ging stetig bergauf, ueber einen kleinen Pass, vorbei an einem kleinen See. Beobachtet wurde der Tross von wilden Pferden und Murmeltieren. Ein mehr oder weniger ausgetrocknetes Flussbett diente als Strasse bis sich zu allen Seiten das Tal oeffnete und ein 20 Kilometer langer Spiegel vor Fatima und Hassan lag. Ein riesiger See, das Wasser so rein und klar, dass sich die umliegenden schneebedeckten Wipfel glasklar spiegelten. Mehrere Stunden konnten sie ihre Blicke nicht von dieser Schoenheit lassen. In diesem Moment brauchten sie keine Worte, sie waren mit sich und der Welt im Reinen.
Das Froesteln nach dem Verschwinden der Sonne brachte Fatima und Hassan wieder zurueck in die Realitaet. Ein Nomadenzelt diente als Restaurant fuer den Abend. Die lokale Kueche, zubereitet auf traditionelle Art und Weise, war ein Festschmaus, optisch allerdings das Gegenteil.
Auch an jenem Abend kamen die drei Stunden Strom, die dieser Ort jeden Tag bekommt, nicht an. So mussten Fatima und Hassan frierend aber gluecklich schlafen gehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen