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Samstag, 28. August 2010

Die Geschichte von Fatima und Hassan: Episode 6

Es war kalt auf 4.500m Hoehe, sodass Fatima und Hassan, bevor die ersten Sonnenstrahlen ueber die Gipfel lugten, aufwachten. Der Ausblick - einer der schoensten den die Welt je gesehen hat - entschaedigte die beiden fuer die kalte Nacht. An diesem Morgen war es Zeit diesen unbeschreiblich schoenen Ort zu verlassen und das Glueck wieder auf der Strasse zu suchen.
Ein Reiseveranstalter, der gerade auf Erkundungs- und Fotoreise war, nahm die beiden mit und erklaerte ihnen die einheimische Flora und Fauna. Fatima und Hassan hatten von einem anderen See in der Naehe gehoert, der vielleicht auf dem Weg lag. Der Reiseveranstalter fuhr leider nicht zu diesem See, aber er wuerde die beiden bei heissen Quellen rauslassen. Dort wuerden sie schon ein Auto finden. Der Tag war wolkenlos und die Sonne stand immer steiler am Himmel, als das Auto stoppte und der nette Mann in die Ferne deutete. Etwas, das so aussah wie ein Geysir, waren die heissen Quellen. Schnell sahen Fatima und Hassan nur noch Satub. Als sich die Wolke legte erkannte die beiden ihr Dilemma. Wueste! Die Sonne brannte und Fatima und Hassan sassen mitten in der Wueste, eingeschlossen von massiven Bergen. Es verging eine Stunde und kein Auto war in Sicht; nach etwa zwei Stunden hoerten die beiden ein stetig lauter werdendes Geraeusch. Ein Auto kam - und fuhr an ihnen vorbei. Eine weitere Stunde spaeter kam ein weiteres Auto. Diesmal machte sich der Fahrer sogar die Muehe wegzuschauen als er die beiden passierte.
"Hoffentlich war dies kein Fehler!" Das Wasser wurde allmaehlich knapp und die Sonne immer erbarmungsloser.
"Lass' uns gehen."
"OK!"
Das waren die einzigen Worte fuer die naechsten Kilometer.
Langsam fingen Fatima und Hassan an zu dehydrieren und die Halluzinationen nahmen zu. Irgendjemand der beiden sah immer ein Dorf hinter der naechsten Kuppe oder Biegung. Langsam wurde es kritisch fuer die beiden. Nach einem schier endlosen Marsch durch die brennende Mittagssonne wurde aus Einbildung Realitaet. Ein Dorf lag vor den beiden! Am Ende ihrer Kraefte suchten sie im Dorf nach einem Geschaeft oder Restaurant - sie wollte nur noch Wasser. Nichts war zu finden. In ihrer Verzweiflung fragten Fatima und Hassan an irgendeinem Haus nach Wasser. Laechelnd wurde in eine Richtung gedeutet. Die beiden Abenteurer sprachen nicht die selbe Sprache wie die Einheimischen, doch der Weg war klar. Immer den Berg hinauf, bis sie an einem Tor nicht mehr weiterkamen. "SOS T.C.V." stand an dem Tor.
Sofort wurden sie von mehreren Dutzend Kindern umringt, die gerade Mittagspause hatten. Was fuer ein Glueck fuer die beiden. Sie bekamen Wasser, Tee und sogar ein Mittagessen von dem alten, schrobigen Koch, der in diesem Internat arbeitete. Als Dank gaben Fatima und Hassan den Nachmittag ueber Unterricht in ihrer Sprache und in Geografie. Der Schulleiter versprach einen Klassenraum und zwei Matratzen fuer die beiden bereitzustellen. Sie hatten eine Schlafplatz in einem Klassenraum fuer Waisen- und Fluechtlingskinder gefunden!
Spielzeug hatten die nicht, deshalb waren Fatima und Hassan das Spielgeraet fuer den restlichen Tag. Sie mussten Turnen und Schubkarrenrennen spielen. Die Kameras der beiden waren besonders beliebt bei den Kindern; jeder wollte ein Foto machen und sich dann selber begutachten. Waehrend alledem wurden sie von dem Koch beobachtet. Als er merkte, dass die beiden eine Pause von den Kindern brauchten, lud er sie zu sich in die Kueche zum Abendessen ein. Die Kueche war eher eine Garage, wobei in den meisten Laendern die Garagen sauberer sind als diese Kueche. Aber das war den beiden egal. Das Essen schmeckte hervorragend.
Als es Zeit war zu Bett zu gehen, marschierten Fatima und Hassan mit rund 60 Kindern zum oertlichen Waschhaus. Es gab nur einen Ort zum Waschen in diesem Dorf, den alle Bewohner nutzten, so auch die beiden Gestrandeten.
Erschoepft von diesem ereignisreichen Tag sanken Fatima und Hassan im Klassenraum der zweiten Klasse, unter einem Stundenplan mit acht Tagen, auf ihre Matratzen und schliefen friedlich ein.

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