...am naechsten Morgen machten Josh, Leon und ich uns auf den Weg nach Pa Lungan. Steven hatte einige selbst gemalte Karten von der Umgebung, die wir abmalten und -fotografierten. Damit sollten wir es auch ohne Guide bis zum naechsten Zwischenstopp schaffen. Leon und ich hatten all unsere Besitztuemer auf dem Ruecken, waehrend Josh nur das Noetigste fuer zwei Tage dabei hatte. Wir hingegen hatten noch zusaetliche Vorraete fuer einige Tage im Dschungel im Gepaeck.
Bis zum ersten Dorf auf unser Route schafften wir es problemslos. Aus Pa Ukat heraus fuehrte laut unseren Infos eine ueberdachte Bruecke und weitere 15 min spaeter sollte ein Hinweisschild folgen. Die Bruecke fanden wir und folgten dem Pfad. Nach rund einer halben Stunde hatten wir das Schild immer noch nicht gefunden. Wahrscheinlich hatten wir es einfach uebersehen. Da der Boden sehr tief war, konzentrierten wir uns eher auf den naechsten Schritt als auf die Umgebung. Wir fanden einen Fluss, den wir auf schmalen Bambusstaeben ueberquerten, aber irgendwie passte unsere Route nicht 100%ig zu unseren Infos. Schliesslich standen wir irgendwo im Regenwald und waren uns sicher, dass dies nicht der richtige Weg ist. Nochmals scannten wir alle unsere Infos und fanden Koordinaten auf einer der Karten. Bisher war mein GPS ein teures Spielzeug gewesen, aber ich habe mir immer gesagt: "Irgendwann wirst Du es baruchen." Und jetzt war der Zeitpunkt gekommen. Wir waren rund 5,5km vom Kurs abgekommen. Den Weg zu verlassen und quer durch den Dschungel zu laufen ist trotz GPS das duemmste, was man machen kann. Also kehrt Marsch und zurueck bis zur Bruecke. Dort angekommen suchten wir vergeblich nach einem besseren Weg. Wir mussten noch einen Schritt weiter zurueck und landeten wieder im Dorf. Dort fanden wir heraus, dass wir die falsche Abzweigung genommen hatten und es noch eine zweite ueberdachte Bruecke gab. Wie viele Doerfer mir rund 30 Einwohner ausserhalb der Zivilisation gibt es, die zwei ueberdachte Bruecken haben?!?

Als wir erst einmal auf dem richtigen Weg waren, ging es einfach voran. Es ging hoch und runter durch den Urwald, wir wateten durch Schlamm, durchquerten Sumpflandschaften auf schmalen Bambusstegen und wanderten durch Farnfelder. Der Regen liess uns die meiste Zeit zufrieden und nach drei Stunden hatten wir endlich die Haengebruecke nach Pa Lungan erreicht. Insgesamt hatten wir sechs anstatt vier Stunden gebraucht. Muede, schweissdurchnaesst und voller Schlamm hatten wir unser Homestay, das zumindest fuer Leon und mich unser zu Hause fuer die kommenden drei Naechte sein sollte, nach dieser anstrengenden Wanderung erreicht...
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